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Die Ehefrau lächelt dem Vergewaltiger zu und seine Tochter flüstert: «I love you», Owen Oysten, 62, Besitzer des Fussballclubs von Blackpool, Geschäftsmann, Immobilienhändler, Medientychoon, Schlossherr, Rolls-Royce- und Lamborghinifahrer, Vater von fünf erwachsenen Töchtern und einem Sohn, Sponsor der Labourpartei, ist vom Liverpool Crown Court zu 6 Jahren Gefängnis verurteilt worden. Miss B war 16 und hoffte auf eine Karriere als Model, als sie der graubärtige, schleimige Millionär auf dem Rücksitz seines Toyota Supra zu oralem Sex nötigte, während ein Angestellter den Wagen zu seinem Schloss steuerte, wo er Miss B in sein Bett drängte und vergewaltigte, nachdem er es schon mit einem andern Model getrieben hatte. Er brüstete sich jeweils vor Freunden, mit zwei Miss Worlds geschlafen zu haben. Und vielleicht geht er jetzt ins Guiness Buch der Rekorde ein, als reichster verurteilter Vergewaltiger des Landes, sein Vermögen beträgt offiziell 40 Millionen Pound. Miss B sagte aus, er habe sie nicht als Menschen, sondern als Objekt behandelt. «Sie war jung und ungeschützt, er reich und mächtig», befand das Gericht. Und verurteilte ihn, obwohl er wenig Gewalt angewendet hatte. Seine Familie hat ihm verziehen.

Der Pub ist gesteckt voll an diesem Freitagabend, mit dem Bierglas in der Hand drängen wir uns durch dunkelgekleidete Kravattenmänner und aufgetakelte Frauen, die City trinkt sich ins Wochenende. «Parties mit Girls sind ganz üblich», erzählt mir Bob, ein Banker, in der verrauchten Ecke neben Bierhebeln, wo wir noch Platz gefunden haben. Der Lärm ist fast unerträglich, ein Geschrei wie in einem Käfig mit hundert paranoiden Affen. Bob brüllt mir die Geschichte ins Ohr, die ihn offenbar beschäftigt. Zwei Dutzend Angestellte seiner Bank feierten ein Geschäft im Hinterzimmer einer Bar, irgend einer hatte das Callgirl bestellt. Als der Abend fortschritt, der Bierpegel stieg, da hätten sie die Frau drangenommen, einer nach dem andern, während die Kollegen zuschauten, gröhlten und rülpsten und sich aufgeilten. Angewidert habe er sich davongeschlichen, «wie kann man sich darnach noch in die Augen schauen? Die meisten sind verheiratet, haben Familie.» Doch in diesen Kreisen sei das nichts Besonderes. «Man lässt die Sau heraus, dann schliesst man den Hosenschlitz, zieht die Krawatte fest, sitzt an den Schirm und macht Geschäfte.» Bob schwört, die Geschichte sei wahr, das Girl sei wahrscheinlich als Spesen abgerechnet worden.

Nachtrag: Am 1. Juni tritt Rod Richards aus der Regierung zurück, er ist der sechste Minister, der Regierung Major, der wegen einem Sexskandal den Hut nehmen muss. In seinen Kampagnen hatte er sich stets für die «Werte der Familie» eingesetzt und mit Frau, zwei Söhnen und einer Tochter die heile Welt gespielt.

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