Der Schirm hängt seit drei Monaten am Haken, blau
wölbt sich der Himmel, obwohl am Abend zuvor der Kachelfrosch im Fernsehen
mit traurig schrägem Grinsen Regen versprochen hat. Wer nur den Wetterbericht
hört, bekommt wirklich den Eindruck, England sei ein Regenland. Man
fragt sich auch hier, warum eigentlich so viel Geld für die Wetterforschung
ausgegeben wird. Denn die alte Bauernregel: «Und kräht der Hahn
auf dem Mist, so ändert sich das Wetter oder es bleibt wie es ist»,
ist nur um ein paar Prozente weniger treffsicher als die mit Grosscomputern
errechnete Prognose.
Es regne jeden Tag einmal und London sei zeitweise in dickem Erbsensuppennebel
vergraben, haben wir doch in der Schule gelernt, dazu den unvergesslichen
Satz: «It’s a lovely weather for ducks.» Doch das Wetter findet
zum Glück im Freien statt, nicht in den Schulbüchern und im Fernsehstudio.
Und draussen blühen die Bäume und Sträucher, fröhlich
zwitschern die Amseln, die Sonne strahlt und ein frischer Wind bläst
durch die Strassen.
Heinz hat mir seinen Schirm dagelassen, zum Schutz gegen den ewigen Regen
und die bösen Menschen und Killerhunde, doch keine der drei Bedrohungen
hat mich bisher betroffen, toi, toi, toi. Die sperrige Waffe hängt
also noch, wo sie Heinz hingehängt hat, und er, der Arme, muss jetzt
ohne sie über den Zürcher Irchel spazieren, wo einen offenbar
die Hunde rudelweise anfallen und die kriminellen Drögeler mit Messern
hinter den Büschen lauern. Aus der Heimat höre ich eine einzige
Klage: Regen, Regen, Regen….